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PAPST/ Lobkowicz: Die große Alternative von Papst Benedikt XVI.: das Geheimnis oder die Sinnlosigkeit

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Christian Wulff und Benedetto XVI (Ansa)  Christian Wulff und Benedetto XVI (Ansa)

Weil man, um zu entdecken, was richtig ist, der Frage nachgehen muss, was (oder: wer) der Mensch ist. Unter `Natur´ wird in diesem Zusammenhang nicht, oder nur nebenbei, die außermenschliche Wirklichkeit, sondern das Wesen des Menschen verstanden: des Menschen, wie ihn Gott erschaffen und insofern gewollt hat. Dieser Mensch ist durch die Sünde, die „Erbsünde“, beschädigt. Aber sein Wesen ist dadurch nicht zerstört – wie die Protestanten behaupten. Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen dem katholischen und dem protestantischen Verständnis des Menschen besteht darin, dass für Luther nichts, was der Mensch tut, ohne Gottes Gnade in Ordnung und gut sein kann, während die Katholische Kirche immer vertreten hat, dass Gnade die Natur vollendet, sie also voraussetzt und auf ihr aufbaut. Paradoxer Weise hat das protestantische Verständnis des Menschen dazu geführt, das man fast gar nicht mehr von dem sprechen kann, was der Mensch seinem Wesen nach ist.

Können Sie bitte dies noch deutlicher erklären?

Weil alles durch die Sünde bis in seine letzten Wurzeln zerstört ist, darf der Mensch am Ende alles tun, was ihm einfällt; auch die größte Perversion ist am Ende legitim oder doch verständlich, weil Gott es ihm, falls er es bereut, als gnädiger Gott verzeiht. Sozusagen verzeihen muss: wo nichts Menschliches von sich aus legitim ist, muss alles, was der Mensch ist und tut, vergeben werden. Demgegenüber hat die Katholische Kirche immer vertreten, dass der Mensch trotz der Beschädigung durch die Ursünde seinem Wesen nach gut ist. Er muss bloß seinem Wesen entsprechend handeln und leben, nicht entgegen seinem Wesen. Gnade baut auf diesem Wesen auf, vollendet es. Gewiss fehlt etwas, wenn die Gnade fehlt, also etwa, wenn ein Mensch Christus nicht begegnet war und getauft worden ist. Aber das bedeutet nicht, dass jenes oder jener, dem etwas fehlt, unvermeidlich schlecht oder gar böse ist.

Wird das also von den Heiden bestätigt, wie der Hl. Paulus behauptete?

Dem Heiden, auch jenem der modernen Welt fehlt etwas, aber deshalb ist er noch nicht automatisch ein am Ende zu verdammender und verdammter Bösewicht. Insofern ist die katholische Lehre eine Einladung Gott kennen zu lernen und näher zu kommen, während die protestantische am Ende immer der Versuch einer Rettung vor der Verdammnis ist. Teilweise hat die fast absurde Radikalität dieser, der protestantischen, Konzeption dazu geführt, dass man meint, im Grunde sei alles, was der Mensch sich und anderen antut, nachvollziehbar und deshalb auch verzeihbar. Natürlich muss man dabei berücksichtigen, dass es die protestantische Lehre fast von Anfang nicht gab, sie zerfiel von Anfang an in eine ständig wachsende Zahl von Varianten. Manche von ihnen haben sich sogar der katholischen Perspektive wieder angenähert.

Worin besteht Ihrer Meinung nach der Kern der ganzen Rede und warum?



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