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OSTERN/ Oster (ernannter Bischof von Passau): So rettet uns der Auferstandene von leblosen "Wahrheiten"

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Eugène Burnand, Die Jünger Johannes und Petrus, am Morgen nach der Auferstehung zum Grab laufend (1898)  Eugène Burnand, Die Jünger Johannes und Petrus, am Morgen nach der Auferstehung zum Grab laufend (1898)

Und das Wort „alle“ lässt keine Ausnahme und keine negative Ausgrenzung zu. Freilich geht es dabei nicht um Beliebigkeit und auch nicht um Verwässerung oder gar Preisgabe der Wahrheit. Aber ich denke, das ist die größte Herausforderung für uns alle, die wir oft in einem eher abstrakten Sinn auf „die Wahrheit“ pochen: dass es genau diese Wahrheit ist, die uns zur Lebenshingabe herausfordert. In der Tiefe gesprochen ist die Herausforderung eigentlich die Heiligkeit: Heiligkeit ist die Versöhnung. Sie ist Wahrheit als Liebe und Liebe als Wahrheit in konkreter dargelebter Gestalt.

Denken Sie, dass die theologische Aufmerksamkeit für das Thema der „Periferien“ ein Thema sei, das auch eine Bedeutung für Deutschland, als eines der reichsten Länder der Welt, hat? Meinen Sie, dass man die Identitätskrise Europa, einige Tage vor einer wichtigen Europawahl, auch als Chance, als „Vorsehung“ zu lesen sei?
Es gibt nach meiner Ansicht kein Land in der Welt, in dem die Kirche mit ihren Institutionen so sehr „an den Rändern“ ist, wie in Deutschland: Die Caritas zum Beispiel oder andere kirchliche Träger sind in nahezu allen Feldern tätig, in denen in unserer Gesellschaft menschliche Not, Ausgrenzung, Randexistenz erscheint. Aber das Problem ist: diese institutionalisierte und professionalisierte Form kirchlicher Zuwendung macht es möglich, dass man dort arbeiten kann, ohne gläubig sein zu müssen. Und wir leben in einer immer mehr entkonfessionalisierten Gesellschaft, das heißt auch viele, viele Mitarbeiter in den kirchlichen Wohlfahrtseinrichtungen sind Kinder dieser Gesellschaft und folglich wie die ganze Gesellschaft immer weniger im lebendigen Glauben verankert. Deshalb nimmt man diese ungeheuer weite und vielfältige Form organisierter Zuwendung zum Nächsten so wenig als „Kirche“ wahr - und fordert dann umgekehrt, die Kirche auf, an die Ränder zu gehen. Es ist also aus meiner Sicht eine der wichtigsten Aufgaben, den vielen Menschen, die in diesen Diensten stehen wieder zu einer lebendigen Glaubenserfahrung zu verhelfen. Zudem ist es wichtig, auch unseren Gläubigen in den Pfarreien wieder zu erschließen, wie etwa die Feier der Eucharistie in gelebte Nächstenliebe mündet und umgekehrt: Wie wirkliche Nächstenliebe sich aus der Eucharistie, aus der lebendigen Begegnung mit Christus sich nährt.  Kirche, die wirklich aus einem lebendigen Glauben die Liebe lebt, ist automatisch an den Rändern, ob in institutionalisierter oder in nicht instiutionalisierter Form. Und die Welt hungert danach.

Am 27. April wird Johannes Paul II  heilig gesprochen. Aus Ihrer Sicht, als Hirte aber auch als Gläubiger, was bietet den Gläubigen und Nichtgläubigen unserer Zeit die Persönlichkeit Wojtylas und was macht sie aus, sowohl inhaltlich wie auch methodisch?

 



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